• Frank Rauch & KollegenFinanz- und Versicherungsmakler GmbH
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Solidarprinzip

EINER FÜR ALLE UND ALLE FÜR EINEN

Leider haben sich die Interessen der handelnden Parteien in der Versicherungsbranche in den letzten Jahrzehnten ganz unterschiedlich entwickelt und das ursprüngliche Ziel der Solidargemeinschaft wurde aus den Augen verloren.

Zunächst der Verbraucher:

Der glaubt, er ist ein besonders schlauer Fuchs. Er ist ständig auf der Jagd nach dem vermeintlich günstigsten Angebot. Ab und an meint er noch zusätzlich, er müsse sich an der Gemeinschaft bereichern. Die Beispiele sind ausreichend bekannt. Die Versicherung ist für ihn abstrakt, böse und geldgierig.

Grundsätzlich will er immer sein Invest zurückbekommen. Versichert wird das, was wahrscheinlich und nicht was Existenz zerstörend ist.

Dann die Versicherer:

Hier haben wir es immer mit unfehlbaren und allwissenden Menschen zu tun. Clevere Marketingleute entwickeln Produkte mit tollen Namen, bunten Prospekten und immer derselben Werbeaussage: „Bei uns bist du sicher!“

Der eigentliche Inhalt der Produkte wird aber von den grauen Juristen und Versicherungsmathematikern dann derart gestaltet, dass es sich rechnet. Natürlich für den Versicherer! Für wen denn sonst?

In aller Regel ist man bei versicherungsunwürdigen Risiken großzügig.

Also genau das, was der Kunde auch möchte.

Bei existenziellen Gefahren, besonders wenn es für den Versicherer teuer werden kann, greift dann das oft unübersichtliche Bedingungswerk.

Hier Beispiele für versicherungsunwürdige Leistungen, die aber immer wieder marketingtauglich eingesetzt werden und für Auszeichnungen sorgen, z. B. in der Hausratversicherung:

  • Gefriergutschäden (vielleicht liegt ja ein kleines Vermögen in der Tiefkühltruhe?)
  • Wäsche auf der Leine, bis 500 €
  • Bargeld aus dem Krankenzimmer, bis 250 €
  • Telefonmissbrauch bis 1% der Versicherungssumme
  • Scheckkartenmissbrauch 250 €
  • Fahrraddiebstahl

Wer braucht das wirklich?

Aber die wirklich Existenz gefährdenden Risiken bleiben meistens schlecht oder gar nicht versichert!

  • z. B. grob fahrlässig verursachte Schäden
  • unbenannte Gefahren (die Wildsau im Wohnzimmer)

An dieser Stelle könnte man für nahezu jede Versicherungssparte einige solcher Beispiele aufzählen.

Der Vertrieb:

Vom Trieb gesteuert. Meist besonders anfällig für hohe Provisionen. Bei den Produkterwartungen ist die Verpackung ebenfalls wichtiger als der Inhalt. Qualität? Egal, es wird schon nichts passieren. Und wenn, auf Kulanz hoffen oder Augen zu und durch. Genau das ist ja auch bequem für den Versicherer. Und der Verbraucher, der hat wenigstens ein gutes Gefühl. Bis zum Schaden allemal.

Fazit:

Meine Vorstellung von Versicherungsschutz erfordert ein Umdenken aller Parteien. Weg vom Wahrscheinlichkeitsdenken, weg von der Vollkaskomentalität und hin zur risikoorientierten Existenzabsicherung.

Das bedeutet mehr Risikobewusstsein für den Verbraucher, weniger „Kleingedrucktes“ vom Versicherer und mit Hinblick auf die Wichtigkeit der Aufgabe, mehr Verantwortungsbewusstsein für die Vermittler.

Wie gesagt, die Rückkehr zur ursprünglichen Idee der Solidargemeinschaft. Und dann muss es heißen:

EINER FÜR ALLE UND ALLE FÜR EINEN !